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Dienstag, 9. Februar 2010

Die Mehrehe





[24:32]:AyatBeginn: Und verheiratet diejenigen von euch, die ledig sind, und die guten unter euren Sklaven, männliche wie weibliche. Wenn sie arm sind, so wird Allah sie aus Seiner Fülle reich machen; denn Allah ist Allumfassend, Allwissend. :AyatEnde:

Viele der Sahabah und Wissenschaftler haben diese Ayah als Schlüssel für den Reichtum erklärt. Ibn Abbas sagte zu dieser Ayah: "Allah :swt: hat in den Muslimen den Wunsch erweckt, zu heiraten und damit den Reichtum versprochen."

Abu Bakr as Siddiq sagte: "Gehorcht Allah ta´ala in Seinen Befehlen (d. h. Heirat) und Er gibt euch, was Er euch versprochen hat (Reichtum)."

Ibn Mas´ud sagte: "Der Reichtum liegt in der Heirat."

Es ist gut, so etwas von den Sahabah zu hören. Die Sahabah haben den Islam richtig verstanden und hatten großes Vertrauen in Allah ta´ala, sie besaßen viel Aufrichtigkeit und arbeiteten aufrichtig für den Islam.

Die Heirat ist eine ´Ibada, d.h. eine große Tat, die für Allah :swt: getan wird. Auch der Prophet :sas: sagte: „Heiratet die Freundliche, viel Gebärende – ich werde euch (meine Ummah) am Tag der Auferstehung zur Schau stellen vor den anderen Gemeinschaften.“
Sahih in Abu Dawud

Der Prophet :sas: weckt in uns den Wunsch zur Heirat und viele Kinder zu bekommen. Dies wird nur erfüllt durch die Heirat.

Die Feinde dieser Ummah haben viel unternommen, damit die Zahl dieser Ummah sich nicht erhöht. Die Mehrehe wurde als schlecht dargestellt und wird sogar von den Muslimen abgelehnt. Aber wenn ein Muslim eine Freundin hat, so ist dies oft kein Problem, hat er aber eine zweite Frau, so ist dies unakzeptabel und wird wie eine Sünde dargestellt.

Damit die Mehrehe sein Ziel erreicht, benötigt sie 3 Säulen:

  1. gute Ehepartner, d. h. ein Muslim und eine Muslima, die für Allah :swt: leben und wissen, dass das Leben eine kurze Brücke zum Akhirah ist und kein Haus für die Ewigkeit. Ehepartner, die das Akhirah als ihren Wert anerkennen und nicht das Material im Dunjah. Dieser Punkt führt zum Erfolg der Mehrehe. (Die Frau ist natürlich eifersüchtig. Um diese Eifersucht zu regeln, sollte die Frau viel Dua´ machen, wie der Prophet :sas: es mit Umm Salama getan hat. Die Frau soll sich über die Eifersucht erheben und für das Akhirah und die Dawah arbeiten.)
  2. viele Kinder
  3. richtige islamische Erziehung der Kinder nach Qur´an und Sunnah und sich dafür sehr anstrengen. Der Beginn der Kindererziehung ist im Babyalter bis die Reife erreicht ist.

Dies sind nur zusammengefasste Titel eines großen Themas, welches viele Erläuterungen benötigt.

Mohammad Abu Fatima

Samstag, 10. Oktober 2009

Kindererziehung - Übersetzung einer Sendung im TV An Nas





Im sunnitisch-arabischen Fernsehsender An Nas wurde eine Diskussion über Kindererziehung gehalten. Der Moderator war Shaikh Hussain Ja´qub. Es beteiligten sich weitere bekannte Shuyukh daran. Ich fand dieses Thema als äußerst wichtig, sodaß ich den Vortrag übersetzt habe und ihn euch nun zur Verfügung stelle.




Kindererziehung 


Der Schaikh stellt als erstes die Frage:

Sind die Eltern erzogen, um ihre Kinder gut zu erziehen?

Die Kindererziehung ist eine Frage des Wissens und der Erfahrungen.

Worauf sollte geachtet werden?

1. Es sollte Aufrichtigkeit in der Erziehung herrschen, die Kinder nicht anlügen und generell nicht lügen.

2. Es muß Halal-Geld verdient werden in der Familie.

3. Zu Hause sollte eine Atmosphäre des Iman an Allah subhanahu wa ta3ala herrschen. Es ist sehr wichtig, wo und wie die Kinder leben, z. B. welche Schule, zu Hause, der Besuch usw.

4. Sowohl der Vater als auch die Mutter sollten erziehen.

5. Die Eltern sollten sich vor den Kindern nicht streiten in Bezug auf Erziehungsfragen. Kinder achten auf die Reaktion der Eltern und stellen fest, was richtig und was falsch ist. (Bevor ein Kind sprechen kann, nimmt es wie eine Kamera alles auf und speichert es im Gehirn ab.)

6. Die Eltern sollten für die Kinder Vorbilder sein, z. B. Qur´an lesen, beten, geduldig sein usw.

7. Die Eltern sollten in jedem Gebet ein Dua´ einschließen, damit die Kinder gute Muslime werden.
[25:74] Und diejenigen, welche sagen: "Unser Herr, gewähre uns an unseren Frauen und Kindern Augentrost und mache uns zu einem Vorbild für die Gottesfürchtigen."

8. Es sollten Geschichten erzählt werden über den Islam und die Propheten.

9. Den Kindern sollte Zeit gegeben werden sowohl vom Vater als auch von der Mutter durch spielen, zuhören, miteinander reden usw.

10. Die Fehler von den Kindern sollten erkannt werden und umerzogen zum Guten.

11. In der Erziehung sollte die Absicht eingebaut werden, daß die Kinder später eine Umma (Gemeinschaft isl.) aufbauen und in ihr leben wollen.

12. Die Frau/Mutter spielt in der Erziehung eine sehr große Rolle – sie sollte Vorbild sein, indem sie dem Mann gehorcht (falls Meinungsverschiedenheiten auftreten, nicht vor Kindern ausdiskutieren oder trotzig reagieren). Die Mutter sollte gegen ihren Mann nicht die Stimme erheben – Kinder lernen dies und machen es nach.

13. In der Erziehung sollte die Rahma (Barmherzigkeit) und die (Hub) Liebe größer sein als die Strenge, d. h. mit Geduld erziehen und langsam.

`A´ischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete: „Ein Wüstenaraber kam zum Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, und sagte: „Ihr (Muslime) küßt eure Knaben! Wir aber küssen sie nicht!“ Darauf sagte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm: „Ich kann dir nicht helfen, wenn Allah deinem Herzen die Barmherzigkeit entrissen hat!“
[Sahih Al-Bucharyy Nr. 5998]

14. Wenn die Kinder nach Hause kommen (aus Schule o. a.) sollten sie mit Liebe und Freude empfangen werden. Hier wurde das Hadith

Thabit Al-Bunanyy berichtete: „Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, pflegte, wenn er an Kindern vorbeiging, sie mit dem Friedensgruß zu grüßen. Er sagte hinzu: „Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, hat dies gewöhnlich getan.“

genannt.

15. Kinder im Alter von 7 – 10 Jahre sollten immer zum Gebet aufgefordert werden, indem man sie fragt: Hast du schon gebetet? Mit viel Geduld vorgehen. Die Kinder müssen 5000 mal das Gebet verrichten, damit es zur Gewohnheit wird.

16. Die Eltern sollten auf die Medien achten, die ihr Kind konsumiert. Trickfilme aus Europa oder anderen Ländern vermitteln deren Traditionen und Kulturen des Kufr (Nichtglaube).

17. Es sollte etwas nicht völlig verboten werden – Alternativen suchen, z. B. im Internet gute Seiten suchen, Bücher über Islam, islamische Trickfilme usw.

18. Der Sohn sollte als Mann erzogen werden durch Verantwortung übernehmen, beten in der Moschee, Versorger seiner späteren Familie usw.

19. Die Tochter sollte als Frau erzogen werden durch Verantwortung übernehmen zu Hause und bei der Kindererziehung, überwiegend zu Hause beten, Haushaltsführung usw.

Diese Erziehung immer weiterführen, auch wenn es mal schwierig wird, nicht aufgeben und mit Geduld fortfahren.

`Abdullah Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Wahrlich, ihr seid alle Hirten, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde: der höchste Imam, der über alle Menschen eingesetzt worden ist, ist ein Hirte, und er ist verantwortlich für seine Herde. Und der Mann ist für die Leute in seinem Haushalt ein Hirte, und er ist verantwortlich für seine Herde.Und die Frau ist für die Leute des Haushalts ihres Mannes und für seine Kinder eine Hirtin, und sie ist verantwortlich für sie. Und der Diener eines anderen ist ein Hirte in Bezug auf den Besitz seines Herrn, und er ist verantwortlich für dessen Besitz. Wahrlich, ihr seid dann alle Hirten, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde.“ (Siehe Hadith Nr 0893, 2262 und die Anmerkung dazu)
[Sahih Al-Bucharyy Nr. 7138]

Möge Allah ta´ala unsere Kinder vor dem Übel bewahren und uns helfen, erfolgreich in ihrer Erziehung zu sein.

Mohammad Abu Fatima

Dienstag, 6. Oktober 2009

Al Hadana – Das Aufziehen





Die Fuqaha haben Hadana definiert als eine verpflichtende Erziehung des Kindes, es unter Schutz stellen und sich um das Kind kümmern in der Zeitspanne, in der es die Mutter benötigt. 

Die Etappen der Aufziehung des Kindes:

  1. das Kind von seiner Geburt bis es unterscheiden kann (bis ca. 7 Jahre). Die Mutter hat hier das Recht, das Kind zu erziehen mit Einigung der Fuqaha mit der Ausnahme, wenn die Mutter ihr Recht abgibt oder wenn sie heiratet.

Im Fall der Neuheirat der Mutter wird das Kind nicht zum Vater gegeben, sondern das Aufzugsrecht besitzt nun zuerst die Mutter der Frau. Kann sie  dies nicht übernehmen, wird das Kind zur Großmutter der Frau gegeben, danach zur Schwester der Frau, können diese die Erziehung ebenfalls nicht übernehmen, wird das Kind zur Tante der Frau geben. Sollte dies auch nicht möglich sein, dann geht das Kind zur Mutter des ehemaligen Mannes. Nun wird die Reihenfolge wie o. a. weitergeführt, falls auch die Mutter des ehemaligen Mannes die Erziehung des Kindes nicht übernehmen kann.

Diese Regelung wurde festgelegt nach den Fiqh der Rechtsschulen.

  1. das Kind nach dem 7. Lebensjahr (oder 9. Lebensjahr beim Mädchen)

Das Kind hat hier die Wahl zwischen Mutter und Vater. Ist das Kind ein Mädchen, hat der Vater mehr Recht als die Mutter, da der neue Ehemann der Mutter ein fremder Mann für das Mädchen ist. Dies gilt nicht, wenn der Vater Fasiq (praktiziert den Islam nicht richtig oder begeht große Sünden) ist, dann ist sein Recht aufgehoben. Bei der Mutter wird genauso verfahren – ist sie Fasiqa, verliert sie das Recht auf das Kind.

Die Regel ist hier, dass das Kind in einer guten Umgebung aufwächst, in der es eine gute islamische Erziehung genießen kann.

Früher haben die islamischen Richter meist solche Urteile nach o. g. Regel gefällt. Es spielen hier viele individuelle Faktoren eine Rolle, die berücksichtigt werden müssen.


Der Hadith vom Propheten  :sas: der der Frau, die das Sorgerecht für ihr Kind nach der Scheidung verlangte, sagt aus, dass sie mehr Recht auf dieses hat, solange sie sich nicht neu verheiratet.

Der Prophet :sas: hat hier bestätigt, dass die Frau mehr Rechte auf das Kind hat, als der Mann, solange sie nicht verheiratet ist. D. h., dass der Mann auch das Recht auf das Kind hat, aber das Recht geht zuerst zur Familie der Frau, die Frauen der Verwandtschaft, dann erst geht das Recht zu den Frauen der Familie des ehemaligen Mannes. So haben die Rechtsschulen dieses Hadith interpretiert im Kapitel „Al Hadana“


Mohammad Abu Fatima