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Donnerstag, 22. Oktober 2009

As Sadaaq - die Brautgabe





As Sadaaq (الصداق ) kommt von der Wurzel as Sidq ( الصدق) und bedeutet « Die Aufrichtigkeit », d. h. dass der Ehemann, die Frau aufrichtig zur Frau nehmen möchte. As Sadaaq wird auch al als Mahr, al Farida, an Nihla uvm. bezeichnet.


As Sadaaq oder al Mahr ist eine Bedingung für die Richtigkeit der Heirat. Die Wissenschaftler sind sich darin einig. Die Einigkeit hat Ibn Rushd in seinem Buch „Bidayat al Mudjtahid“ erwähnt.

[4:4] :AyatBeginn: Und gebt den Frauen ihre Brautgabe als Schenkung. Und wenn sie euch gern etwas davon erlassen, so könnt ihr dies unbedenklich zum Wohlsein verbrauchen. :AyatEnde:

[4:25]:AyatBeginn: Und wer von euch nicht vermögend genug ist, um gläubige Frauen zu heiraten, der heirate von dem Besitz eurer rechten Hand unter euren gläubigen Mägden; und Allah kennt euren Glauben sehr wohl. Ihr seid einer vom anderen. Darum heiratet sie mit Erlaubnis ihrer Familien und gebt ihnen ihre Brautgabe nach Billigkeit, wenn sie keusch sind, weder Unzucht treiben noch insgeheim Liebhaber nehmen. Und wenn sie, nachdem sie verheiratet sind, der Unzucht schuldig werden, dann sollen sie die Hälfte der Strafe erleiden, die für freie Frauen vorgeschrieben ist. Diese (Erleichterung) ist für diejenigen von euch (vorgesehen), die fürchten, in Bedrängnis zu kommen. Daß ihr Geduld übt, ist besser für euch; und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. :AyatEnde:


Die Höhe der Sadaaq ist nicht festgelegt, aber bei der Festlegung der unteren Grenze gibt es verschiedene Meinungen.

1. Meinung
Asch Schaafii und Imam Ahmed und die Fuqaha von al Medina sagen, dass es keine untere Grenze für die Sadaaq gibt und alles, was einen Wert hat, kann dafür benutzt werden.

2. Meinung
a) Imam Malik sagte: Seine unterste Grenze ist ein viertel Dinar aus Gold (1 Dinar = 4 Gramm)
b) Abu Hanifa sagte: Seine unterste Grenze ist 10 Dirham (1 Dirham = ca. 3 Gramm Gold)

Die erste Meinung stützt sich auf das Hadith von Sahl Ibn Sa´d as Saidi in Sahih Bukhary und Muslim.

Sahl Ibn Sa`d berichtete: „Eine Frau bot sich dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, (für die Ehe mit ihm) an. Darauf sagte ein Mann zu ihm: „O Gesandter Allahs, gib sie mir zur Frau!“ Der Prophet fragte ihn: „Was bietest du ihr (als Brautgabe) an?“ Er sagte: „Ich habe nichts.“ Der Prophet sagte zu ihm: „Geh und suche einen Ring, sei dieser auch aus Eisen!“ Der Mann ging dann, kam aber zurück und sagte: „Nein, bei Allah! Nichts habe ich gefunden, nicht einmal einen Ring aus Eisen. Aber hier ist mein Lendentuch, von dem sie die Hälfte besitzen kann.“ Der Mann besaß aber kein Oberkleid dazu, und der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte zu ihm: „Was soll die Frau mit deinem Lendentuch machen? Wenn du es anhast, so hat sie nichts auf ihrem Leibe und wenn sie es anhat, hast du selbst nichts auf deinem Leibe. Der Mann setzte sich, und als es aber lange dauerte, stand er auf. Als der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, ihn nochmal sah, rief er ihn zu sich und sagte zu ihm: „Was hast du vom Qur´an (auswendig gelernt?)“ Der Mann sagte: „Ich behalte noch die Surah Soundso und die Surah Soundso.“ Er nannte ihm dann mehrere Suren. Da sagte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu ihm: „Wir geben sie dir (zur Ehefrau) für das, was du von dem Qur´an behalten hast.“
[Sahih Al-Bucharyy 5121]

Geh und suche einen Ring, sei dieser auch aus Eisen! Dieses Zitat ist ein Beweis für die 1. Meinung, dass die Sadaaq keine untere Grenze hat.

Es gibt auch ein anderes Hadith in Sunan at Tirmidhi, indem eine Frau als Sadaaq ein Paar Schuhe bekommen hat. Der Prophet :sas: fragte sie: "Bist du einverstanden mit dem Paar Schuhe?" Sie sagte: "Ja." Der Prophet :sas: hat ihre Heirat stattgegeben. Dieses Hadith ist hasan.

Wenn es eine unterste Grenze für die Sadaaq geben würde, dann hätte es der Prophet :sas: sie erwähnt.

Die 2. Meinung wurde durch Analogieschluss interpretiert.


Der Betrag der Sadaaq kann im Heiratsvertrag festgelegt werden oder nicht. Wenn der Betrag der Sadaaq nicht festgelegt ist, dann bekommt die Frau als Sadaaq den mittleren Betrag in der Höhe, wie es in ihrem Land üblich ist nach ihrem gesellschaftlichen Stand. Dies nennt sich Sadaaq al Mithl.

Darf der Sadaaq aufgeschoben werden?

Der Mann kann ihr einen Teil davon vor dem Vollzug der Ehe (ad Dukhul) geben und der andere Teil kann aufgeschoben werden auf eine Zeit, mit der die Frau einverstanden ist.

Eine weitere Möglichkeit für das Aufschieben der Sadaaq ist, dass die Sadaaq auf zwei geteilt wird. Der erste Teil wird vor dem Vollzug der Ehe gegeben, der andere Teil nach der Scheidung. In diesem Fall muss der Mann nach der Scheidung den zweiten Teil der Sadaaq der Frau geben. Dies nennt sich Sadaaq-Muakhar.

Sadaaq und der Vollzug der Ehe

Die Wissenschaftler sind sich einig, wenn die Ehe vollzogen wurde, hat die Frau das Recht auf die gesamte Sadaaq. Der Beweis hier für ist:

[4:20]:AyatBeginn: Und wenn ihr eine Gattin gegen eine andere eintauschen wollt und ihr habt der einen ein Talent (als Brautgabe) gegeben, so nehmt nichts von ihm fort. Wollt ihr es etwa in Verleumdung und offenbarer Sünde fortnehmen? :AyatEnde:

Die Frau, die geschieden wird, bevor die Ehe vollzogen wurde und die Sadaaq wurde festgelegt, bekommt die Hälfte der Sadaaq.

[2:237] :AyatBeginn: Und wenn ihr sie entlaßt, bevor ihr sie berührt habt, jedoch nachdem ihr ihnen eine Brautgabe ausgesetzt habt, dann zahlt die Hälfte dessen, was ihr ausgesetzt habt, es sei denn, sie erlassen es (euch) oder der, in dessen Hand der Ehebund ist, erläßt es. Und wenn ihr es erlaßt, so kommt das der Gottesfürchtigkeit näher. Und vergesset nicht, einander Güte zu erweisen. Wahrlich, Allah sieht wohl, was ihr tut.:AyatEnde:

Die Frau, die geschieden wird, bevor die Ehe vollzogen wurde und die Sadaaq wurde nicht festgelegt, bekommt als Sadaaq den mittleren Betrag in der Höhe, wie es in ihrem Land üblich ist nach ihrem gesellschaftlichen Stand.

Mohammad Abu Fatima

Samstag, 10. Oktober 2009

Kindererziehung - Übersetzung einer Sendung im TV An Nas





Im sunnitisch-arabischen Fernsehsender An Nas wurde eine Diskussion über Kindererziehung gehalten. Der Moderator war Shaikh Hussain Ja´qub. Es beteiligten sich weitere bekannte Shuyukh daran. Ich fand dieses Thema als äußerst wichtig, sodaß ich den Vortrag übersetzt habe und ihn euch nun zur Verfügung stelle.




Kindererziehung 


Der Schaikh stellt als erstes die Frage:

Sind die Eltern erzogen, um ihre Kinder gut zu erziehen?

Die Kindererziehung ist eine Frage des Wissens und der Erfahrungen.

Worauf sollte geachtet werden?

1. Es sollte Aufrichtigkeit in der Erziehung herrschen, die Kinder nicht anlügen und generell nicht lügen.

2. Es muß Halal-Geld verdient werden in der Familie.

3. Zu Hause sollte eine Atmosphäre des Iman an Allah subhanahu wa ta3ala herrschen. Es ist sehr wichtig, wo und wie die Kinder leben, z. B. welche Schule, zu Hause, der Besuch usw.

4. Sowohl der Vater als auch die Mutter sollten erziehen.

5. Die Eltern sollten sich vor den Kindern nicht streiten in Bezug auf Erziehungsfragen. Kinder achten auf die Reaktion der Eltern und stellen fest, was richtig und was falsch ist. (Bevor ein Kind sprechen kann, nimmt es wie eine Kamera alles auf und speichert es im Gehirn ab.)

6. Die Eltern sollten für die Kinder Vorbilder sein, z. B. Qur´an lesen, beten, geduldig sein usw.

7. Die Eltern sollten in jedem Gebet ein Dua´ einschließen, damit die Kinder gute Muslime werden.
[25:74] Und diejenigen, welche sagen: "Unser Herr, gewähre uns an unseren Frauen und Kindern Augentrost und mache uns zu einem Vorbild für die Gottesfürchtigen."

8. Es sollten Geschichten erzählt werden über den Islam und die Propheten.

9. Den Kindern sollte Zeit gegeben werden sowohl vom Vater als auch von der Mutter durch spielen, zuhören, miteinander reden usw.

10. Die Fehler von den Kindern sollten erkannt werden und umerzogen zum Guten.

11. In der Erziehung sollte die Absicht eingebaut werden, daß die Kinder später eine Umma (Gemeinschaft isl.) aufbauen und in ihr leben wollen.

12. Die Frau/Mutter spielt in der Erziehung eine sehr große Rolle – sie sollte Vorbild sein, indem sie dem Mann gehorcht (falls Meinungsverschiedenheiten auftreten, nicht vor Kindern ausdiskutieren oder trotzig reagieren). Die Mutter sollte gegen ihren Mann nicht die Stimme erheben – Kinder lernen dies und machen es nach.

13. In der Erziehung sollte die Rahma (Barmherzigkeit) und die (Hub) Liebe größer sein als die Strenge, d. h. mit Geduld erziehen und langsam.

`A´ischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete: „Ein Wüstenaraber kam zum Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, und sagte: „Ihr (Muslime) küßt eure Knaben! Wir aber küssen sie nicht!“ Darauf sagte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm: „Ich kann dir nicht helfen, wenn Allah deinem Herzen die Barmherzigkeit entrissen hat!“
[Sahih Al-Bucharyy Nr. 5998]

14. Wenn die Kinder nach Hause kommen (aus Schule o. a.) sollten sie mit Liebe und Freude empfangen werden. Hier wurde das Hadith

Thabit Al-Bunanyy berichtete: „Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, pflegte, wenn er an Kindern vorbeiging, sie mit dem Friedensgruß zu grüßen. Er sagte hinzu: „Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, hat dies gewöhnlich getan.“

genannt.

15. Kinder im Alter von 7 – 10 Jahre sollten immer zum Gebet aufgefordert werden, indem man sie fragt: Hast du schon gebetet? Mit viel Geduld vorgehen. Die Kinder müssen 5000 mal das Gebet verrichten, damit es zur Gewohnheit wird.

16. Die Eltern sollten auf die Medien achten, die ihr Kind konsumiert. Trickfilme aus Europa oder anderen Ländern vermitteln deren Traditionen und Kulturen des Kufr (Nichtglaube).

17. Es sollte etwas nicht völlig verboten werden – Alternativen suchen, z. B. im Internet gute Seiten suchen, Bücher über Islam, islamische Trickfilme usw.

18. Der Sohn sollte als Mann erzogen werden durch Verantwortung übernehmen, beten in der Moschee, Versorger seiner späteren Familie usw.

19. Die Tochter sollte als Frau erzogen werden durch Verantwortung übernehmen zu Hause und bei der Kindererziehung, überwiegend zu Hause beten, Haushaltsführung usw.

Diese Erziehung immer weiterführen, auch wenn es mal schwierig wird, nicht aufgeben und mit Geduld fortfahren.

`Abdullah Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Wahrlich, ihr seid alle Hirten, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde: der höchste Imam, der über alle Menschen eingesetzt worden ist, ist ein Hirte, und er ist verantwortlich für seine Herde. Und der Mann ist für die Leute in seinem Haushalt ein Hirte, und er ist verantwortlich für seine Herde.Und die Frau ist für die Leute des Haushalts ihres Mannes und für seine Kinder eine Hirtin, und sie ist verantwortlich für sie. Und der Diener eines anderen ist ein Hirte in Bezug auf den Besitz seines Herrn, und er ist verantwortlich für dessen Besitz. Wahrlich, ihr seid dann alle Hirten, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde.“ (Siehe Hadith Nr 0893, 2262 und die Anmerkung dazu)
[Sahih Al-Bucharyy Nr. 7138]

Möge Allah ta´ala unsere Kinder vor dem Übel bewahren und uns helfen, erfolgreich in ihrer Erziehung zu sein.

Mohammad Abu Fatima

Dienstag, 6. Oktober 2009

Al Hadana – Das Aufziehen





Die Fuqaha haben Hadana definiert als eine verpflichtende Erziehung des Kindes, es unter Schutz stellen und sich um das Kind kümmern in der Zeitspanne, in der es die Mutter benötigt. 

Die Etappen der Aufziehung des Kindes:

  1. das Kind von seiner Geburt bis es unterscheiden kann (bis ca. 7 Jahre). Die Mutter hat hier das Recht, das Kind zu erziehen mit Einigung der Fuqaha mit der Ausnahme, wenn die Mutter ihr Recht abgibt oder wenn sie heiratet.

Im Fall der Neuheirat der Mutter wird das Kind nicht zum Vater gegeben, sondern das Aufzugsrecht besitzt nun zuerst die Mutter der Frau. Kann sie  dies nicht übernehmen, wird das Kind zur Großmutter der Frau gegeben, danach zur Schwester der Frau, können diese die Erziehung ebenfalls nicht übernehmen, wird das Kind zur Tante der Frau geben. Sollte dies auch nicht möglich sein, dann geht das Kind zur Mutter des ehemaligen Mannes. Nun wird die Reihenfolge wie o. a. weitergeführt, falls auch die Mutter des ehemaligen Mannes die Erziehung des Kindes nicht übernehmen kann.

Diese Regelung wurde festgelegt nach den Fiqh der Rechtsschulen.

  1. das Kind nach dem 7. Lebensjahr (oder 9. Lebensjahr beim Mädchen)

Das Kind hat hier die Wahl zwischen Mutter und Vater. Ist das Kind ein Mädchen, hat der Vater mehr Recht als die Mutter, da der neue Ehemann der Mutter ein fremder Mann für das Mädchen ist. Dies gilt nicht, wenn der Vater Fasiq (praktiziert den Islam nicht richtig oder begeht große Sünden) ist, dann ist sein Recht aufgehoben. Bei der Mutter wird genauso verfahren – ist sie Fasiqa, verliert sie das Recht auf das Kind.

Die Regel ist hier, dass das Kind in einer guten Umgebung aufwächst, in der es eine gute islamische Erziehung genießen kann.

Früher haben die islamischen Richter meist solche Urteile nach o. g. Regel gefällt. Es spielen hier viele individuelle Faktoren eine Rolle, die berücksichtigt werden müssen.


Der Hadith vom Propheten  :sas: der der Frau, die das Sorgerecht für ihr Kind nach der Scheidung verlangte, sagt aus, dass sie mehr Recht auf dieses hat, solange sie sich nicht neu verheiratet.

Der Prophet :sas: hat hier bestätigt, dass die Frau mehr Rechte auf das Kind hat, als der Mann, solange sie nicht verheiratet ist. D. h., dass der Mann auch das Recht auf das Kind hat, aber das Recht geht zuerst zur Familie der Frau, die Frauen der Verwandtschaft, dann erst geht das Recht zu den Frauen der Familie des ehemaligen Mannes. So haben die Rechtsschulen dieses Hadith interpretiert im Kapitel „Al Hadana“


Mohammad Abu Fatima

Samstag, 3. Oktober 2009

Die Sekte Al Naqshabandiah






Um eine Sekte zu kennen, muss man wissen, was in ihren Büchern steht, deshalb trete ich in den Kern der Sekte ein.

At Tariqa an Naqshabandiya verlässt sich auf Geheimnisse. Sie sagen einem neuen Mitglied nicht alles. Er soll erst mal bereit sein, um dann die Stufe Murid zu erreichen, in der er alles erfährt.

Was glauben sie?

Wenn jemand ihre Methode nicht annimmt, dann ist er in grosser Gefahr. Dies steht im Buch Nour al Hidaya, S. 41 im Arabischen.

Sie behandeln ihre verstorbenen Shujukh genauso wie die lebendigen. Sie bitten sie um Hilfe und sie glauben, sie bekommen von ihnen Hilfe und Licht.

Sie glauben, die Verbindung zu Allah wird nur erreicht, wenn sie das Bild ihres Schaikhs vor Augen haben beim Dhikr. Diese Verbindung heisst ar rabita. Dieser Dhikr ist für sie besser als die fünf Gebete am Tag.

Sie glauben, dass Allah auch betet. Dies steht im Buch der sieben Geheimnisse, S. 83 vom Autor Mohammed Ma´sum.

Sie glauben, wenn der Gründer der Sekte Baha ad Din Naqshaband sagt, stirb, er stirbt und wenn er sagt, steh auf, er steht auf. Dies steht im Buch Al Mawahib as Sarmadiya, S. 184 und auch in al Anwar al Qudsiya S. 182.

Der Schaikh Mohammed Ma´sum hat den Leuten geholfen, die auf der anderen Seite der Erde waren, obwohl er sich an seinem Platz befand. Im Buch Al Mawahib as Sarmadiya S. 210-213 und auch in al Anwar al Qudsiya S. 195.

Sie glauben, dass ihre Shujukh das Verborgene wissen. Im Buch Raschahad al Hayat S. 153.

Das sind einige Beispiele von vielen.

Moege Allah ta´ala uns den richtigen Weg zeigen.

Mohammad Abu Fatima

Samstag, 12. September 2009

Kurze Übersicht über die arabische Sprache und ihre Fächer





Die arabische Sprache ist der Schlüssel des islamischen Wissens – ohne sie kann man nicht alles im Qur´an verstehen. Diese Sprache hat die Ehre, dass sie die Sprache des Qur´an ist.


Shaikh al Islam, Ibn Taymiyyah sagte: „Die arabische Sprache gehört zur Religion.“ Das bedeutet, dass das Fach Arabisch genauso betrachtet wird, wie al Fiqh und Usul ul Fiqh, Tafsir und Hadith. Deshalb ist es eine Pflicht für die Muslime, die den Islam richtig verstehen wollen und für diejenigen, die den Islam lernen und lehren wollen – niemand darf eine Fatwa geben, wenn er nicht die mittlere Stufe der arabischen Sprache erreicht hat. Um sich die mittlere Stufe vorzustellen, muß man wissen, was ist die arabische Sprache:

Was sind die Fächer der arabischen Sprache?

1. Grammatik (an Nahu) – ist ein Wissen, welches sich mit dem Harakah des letzten Buchstaben beschäftigt (Zeichen des Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv usw.)

2. Grammatik (as Sarf) – ist ein Wissen, welches sich mit der Struktur des Wortes und seiner Wurzel beschäftigt.

3. Rethorik (al Balagha) – sie teilt sich auf 3:

. das Wissen al Bayan (sucht die Methode, um einen Sinn unterschiedlich auszudrucken)
. das Wissen al Ma`ani (untersucht die Zustände des Ausdrucks, ob er zum Zustand des Zuhörers passt)
. das Wissen al Badi` (untersucht die Schönheit des Wortes oder die Mittel, die das Wort verschönern)

4. Vokabeln (al Alfadh) und ihre Sinne – ist ein Wissen, welches in Wörterbüchern steckt.

Es gibt andere Fächer, wie z. B. al `Arud und al Qawafi (die Waage der Poesie – Shi´ir).
Das wichtigste Fach ist an Nahu und as Sarf. Die früheren Wissenschaftler begannen immer mit Adjromiyyah für diejenigen, die Arabisch verstehen. Danach folgt al Alfiyyah (1000 Zeilen in den Regeln von an Nahu und as Sarf). Dieses Fach ist ein Haus, seine Tür ist aus Eisen und es besteht aus Schilfrohr. Es bedeutet, der Anfang ist am schwersten. Ist man erstmal im Haus, genießt man es und wird dieses Wissen nicht lassen.

Die Schüler, die kein Arabisch können, müssen zuerst die Buchstaben lernen, danach die Bildung eines Wortes und dann die Bildung eines Satzes. Dies alles muss verstanden werden. Die Schüler, die dies schon können, sollten sich mit dem Satzaufbau beschäftigen und ihr Vokabular bereichern. Wurde das erreicht, wird Adjromiyyah gelernt.

Adjromiyyah ist ein kleines Buch im Fach an Nahu. Es wurde von Abi Abdillah Mohammed Ibn Mohammed Ibn Dawud As Sanhadji (Sanhadji ist ein Berberdorf in Marokko) geschrieben. Er war bekannt unter dem Namen Ibn Adjrom. Er starb 723 n. H. Dieses Buch wurde in vielen islamischen Ländern erklärt seit mehr als 600 Jahren und wird immer noch in Marokko und Saudi Arabien, Mauritanien, Ägypten, Jemen und vielen anderen Ländern als Hauptbuch für Anfänger in Arabisch gelehrt.

Mohammad Abu Fatima

Die alte Art des Studiums im Islam





jeder von uns kennt den Wert des Wissens und den Wert der Suche nach dem Wissen. Der Erste, der das Wissen suchte und dafür gereist ist, war Muse alaihi salam, als er gefragt wurde: "Wer ist derjenige, der das meiste Wissen hat auf der Erde?" und er antwortete: "Ich bin es." Allah :swt: inspirierte ihn, damit es jemanden auf der Erde gibt, der mehr Wissen besitzt als Mose. Dieser Mann heißt al Khadir. Mose, der Prophet, reiste zu diesem Mann, um Wissen von ihm zu nehmen. Diese Geschichte findet ihr in Suratu Kahf.

In der Zeit des Propheten :sas: nahmen die Sahaba direkt von ihm :sas: das Wissen. Es gab viele, die aus verschiedenen Orten kamen und blieben Wochen, um das Wissen zu erlangen. Danach sind sie zurück in ihre Dörfer gereist. Nach dem Tod des Propheten :sas: waren die Sahaba in verschiedenen Ländern verteilt. Ein paar von ihnen sind nur, um ein Hadith zu hören, ein Monat gereist, wie Abdullah Ibn Unais. Er ist von Medina nach Ägypten gereist, um ein Hadith von Djabir Ibn Abdillah zu hören. Nachdem er es hörte, ging er sofort zurück nach Medina.

Ibn Abbas, der große Koranausleger hat auch von den meisten Sahaba in Medina Wissen erlangt. An einem heißen Tag wartete er sehr lange vor einer Tür eines Sahabi bis er einschlief. Als der Sahabi aus seiner Wohnung kam, sagte er: "MashaAllah der Sohn des Onkels des Propheten :sas: wartet auf mich - hättest du mir Bescheid gegeben, ich komme zu dir." Ibn Abbas sagte darauf: "So wird das Wissen nicht erlangt."

Die Sahaba bildeten in den Moscheen einen Halaqa (Ring) des Wissens, in dem sie ringförmig saßen und ihr Wissen weitergaben. Solche Sahabi sind z. B. Abdullah Ibn Mas´ud, Abu Huraira, Abdullah Ibn Abbas, Abdullah Ibn Umar usw.

Die Nachfolger der Sahabi haben Ahadith gesammelt und sind dafür lange gereist. Auch war es so, dass sie einen Hadith z. B. in Medina gehört haben, aber der Sahabi, der es vom Prophet :sas: gehört hat, lebte im Irak. Sie reisten dafür nach Irak, um den Hadith vom Ursprung zu hören. Zu dieser Zeit gab es überall in den Moscheen Halaqat des Wissens. Dies nennen wir heute "die alte Studienmethode". Sie ist bis jetzt erhalten geblieben, trotz der Konkurrenz von Universitäten und Instituten.

Diese Studienart beginnt mit kleineren Büchern, die eine Zusammenfassung enthalten, mit wenig Worten aber viel Inhalt. Die Bücher werden erklärt und gelernt, wie z. B. al Waraqat in Usul ul Fiqh oder die 40 Ahadith von An Nawawi im Fach Hadith oder Adjromiyyah in Fach Arabisch usw. Die Studenten lernen dadurch die Präzision, mit der sie die Bedeutung jedes einzelnen Wortes genau definieren können und alles andere ausschließen.


In der zweiten Stufe des alten Studiums wird ein anderes Buch behandelt, welches nicht so ausführlich erklärt wird, da sie Themen enthalten, die im ersten Teil des Studiums behandelt wurden - etwas detailierter und neue Themen wurden hinzugefügt.


In der dritten Stufe dieses Studiums wird ein drittes Buch ausführlich und detailiert behandelt. Hier werden die verschiedenen Meinungen unter den Wissenschaftlern angesprochen, warum es die verschiedenen Meinungen gibt und wer die richtige Meinung vertritt.

Nach Abschluß des dritten Buches hat der Student eine Grundlage, um allein selbst nach Wissen zu forschen und höhere Bücher zu studieren.

Die alte Studienmethode bildet bis heute die besten Wissenschaftler aus. Sie haben meist keinen Titel, aber ihr Wissen fließt in ihren Zungen. Die alte Methode lehrt den Studenten das Wissen tiefgreifend und mit Präzision sowie mit Respekt zu ihren Shujukh und das gute Benehmen, wie Bescheidenheit und Demut.

Wir führen in unserer Madrassa diese alte Methode durch mit den Büchern "Al Waraqat" und "`Alam as Sunna al Manshura". Deshalb liebe Brüder und Schwestern, habt Geduld in eurem Studium und zeigt Fleiß, denn wenn die Schüler fleißig sind, motiviert es den Lehrer, mehr Wissen zu geben.

Mohammad Abu Fatima

Freitag, 4. September 2009

Ein Rat an meine Schwestern im Islam





Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten. Frieden und Segen seien auf dem Gesandten Allahs, seiner Familie, seinen Gefährten und denjenigen, die bis zum jüngsten Tag ihrem Weg folgen.


Es wundert mich, dass die Anzahl der konvertierten Schwestern höher ist als die der Brüder. Dies zeigt mir, dass die Frauen ein großes Interesse an der Wahrheit und am Praktizieren der Wahrheit besitzen. Ich möchte mit meiner Khutbah heute einen guten Rat an alle konvertierten Schwestern und an Schwestern, die zum richtigen Weg Allahs :swt: zurückgefunden haben, geben.



1. Al Ikhlas - Aufrichtigkeit

[98:5] :AyatBeginn: Und doch war ihnen nichts anderes befohlen worden, als Allah treu in lauterem Glauben zu dienen und das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten. Und das ist die Religion der Geradlinigkeit. :AyatEnde:

Liebe Schwester, frage dich in jeder Angelegenheit: Warum tue ich das? Und versuch dir selbst zu antworten - tust du es aufrichtig für Allah :swt: oder warum tue ich es? Wenn dein Herz dir antwortet: Ich tue es aufrichtig für Allah :swt: , dann tu es. Gibt dir dein Herz eine andere Antwort, dann ändere deine Absicht, damit du jede Tat für Allah :swt: verrichtest.

2. As Sidq - Wahrhaftigkeit

Wenn du sagst, dass du etwas tun möchtest, dann tu es ohne Faulheit und ohne Aufschub.

[61:2] :AyatBeginn: O ihr, die ihr glaubt, warum sagt ihr, was ihr nicht tut?
[61:3] Höchst hassenswert ist es vor Allah, daß ihr sagt, was ihr nicht tut.:AyatEnde:


3. Al ´Ilm - Das Wissen

Du warst blind und wußtest nicht, wo dein Weg ist. Allah :swt: hat dir Licht gegeben, damit du sehen kannst. Er hat dir deinen Weg gezeigt, den du betreten sollst. Beschäftige dich mit dem Wissen im Islam, damit dein Licht größer wird und du jede Kleinigkeit auf deinem Weg erkennst. Wäre es nicht gut, zu denjenigen zu gehören, die der Prophet :sas: in diesem Hadith beschreibt:

Der Prophet :sas: sagte: "Wer einen Weg nimmt, um sich Wissen anzueignen, dem wird Allah :swt: einen Weg zum Paradies leicht machen. Und wahrlich, die Engel breiten ihre Flügel über die Schüler des Wissens aus und sie sind zufrieden mit ihnen. ..."
Sahih


4. Al ´Amal - Das Praktizieren

Im Qur´an werden die Gläubigen immer mit den Tuenden erwähnt. Die Wissenschaftler sagen: Das Wissen ruft das Praktizieren und wenn keine Antwort kommt, geht das Wissen. Das Wissen wird dir nichts nützen, wenn du nicht praktizierst.

Allah :swt: hat die Wissenden von Banu Israil mit schrecklichen Worten im Qur´an beschrieben:

[7:176] :AyatBeginn: Und hätten Wir es gewollt, hätten Wir ihn dadurch erhöhen können; doch er neigte der Erde zu und folgte seiner eigenen Neigung. Er gleicht daher einem Hunde: treibst du ihn fort, so hängt er seine Zunge heraus; läßt du aber von ihm ab, so hängt er auch seine Zunge heraus. Gerade so ergeht es Leuten, die Unsere Zeichen leugnen. Darum erzähle (ihnen) die Geschichten, auf daß sie sich besinnen mögen. :AyatEnde:

In dieser Ayah gibt es noch einen anderen Beweis, nämlich dass Allah :swt: den Besitzer des Wissens erhöht, wenn er es für Ihn tut, wenn nicht, ist er wie in der Ayah beschrieben.

Deshalb Schwestern, wenn du etwas weißt, dann tu es sofort! Allah :swt: wird dich dadurch segnen und dein Wissen mehren und deine Probleme lösen.

5. Ad Da´wa - Das Rufen zu Allah :swt:

Dein Licht ist jetzt breit und leuchtend und du kennst deinen Weg richtig gut. Wende dich den anderen zu und zeige ihnen den Weg zum Licht. Sie sehen doch nicht und wissen nicht. Allah :swt: sagt:

[12:108] :AyatBeginn: Sprich: "Das ist mein Weg: Ich rufe zu Allah; ich und diejenigen, die mir folgen, sind uns darüber im klaren. Und gepriesen sei Allah; und ich gehöre nicht zu den Götzendienern." :AyatEnde:

Da´wa ist die Arbeit der Propheten und der Tugendhaften. Es ist eine nicht einfache Arbeit - denk nicht, die Leute werden dir Blumen auf deinen Weg streuen und denk auch nicht, dass dich alle Leute lieben werden. Du kommst mit neuen Werten und Prinzipien, die gegen ihre Begierde, Werte, Prinzipien und Vorteile gerichtet sind. Aber du hast das Recht und die Wahrheit - sei dir sicher und hab keine Zweifel - lies hier, was Allah :swt: zu Seinem Prophet :sas: sagt:

[11:49] :AyatBeginn: ... So harre denn aus; denn der Ausgang entscheidet zugunsten der Gottesfürchtigen. :AyatEnde:


6. As Sabr - Die Geduld

Geduld bedeutet, dass das Herz brennt aber die Zunge sagt nur, was Allah :swt: mag. Du hast schon den Weg des Wissens und der Da´wa gewählt und du willst nicht in die niedrige Stufe des Paradieses, du möchtest das Beste im Dunja und im Akhira - dafür brauchst du sehr viel Geduld. Wie ich schon oben gesagt habe, bist du mit anderen Werten gekommen und du lebst in einer Welt, in der über den Islam schlecht gesprochen wird. Was erwartest du von deiner Umgebung? Deine Umgebung ist so und die Propheten waren in derselben Situation - laß sie reden und laß sie tun, du kennst deinen Weg - geh ihn! Deine Aufgabe ist es, die Leute aus der Dunkelheit ans Licht zu führen. Dein Hidjab ist Da´wa, dein Niqab ist Da´wa, dein Verhalten ist Da´wa, deshalb benötigst du das Wissen, um stark zu sein auf deinem Weg.


7. Al Hubb - Die Liebe zu allen Muslimen

Die Liebe zu den Muslimen ist ein guter Charakter. Es ist ein Beweis, dass du Allah :swt: und Seinen Prophet :sas: liebst. Du kannst deinen Weg der Da´wa nicht schaffen, nur mit der Hilfe anderer Schwestern. Es soll eine Liebe und Hilfe untereinander vorherrschen und du sollst deine Nefs (Seele) dafür erniedrigen.

Der Prophet :sas: sagte: "Keiner von euch ist gläubig, bis er für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht."
Bukhary/Muslim

Der Prophet :sas: sagte: "Beneidet einander nicht und überbietet nicht, hasst einander nicht, wendet euch nicht voneinander ab, unterbietet einander nicht, sondern seid Diener Allahs, Brüder. Der Muslim ist der Bruder des Muslims. Er fügt ihm kein Unrecht zu und läßt ihn nicht im Stich. Er belügt ihn nicht und verachtet ihn nicht. Die Gottesfurcht ist hier" - und er zeigte drei mal auf seine Brust. "Es ist genug des Schlechten eines Menschen, dass er seinen Bruder, den Muslim, verachtet. Jedes Muslimblut, Habgut und Ehre sind dem anderen Muslim heilig."
Muslim


Liebe Schwester im Islam, ich weiß, dass du viel Verantwortung trägst und ich bin sicher, dass du das alles schaffst :inshaAllah2: . Du hast bewiesen, dass du stark bist, indem du den Islam angenommen hast und nicht nur das, sondern du hast eine große Geduld gegenüber deiner Familie und deiner Umgebung gezeigt. Du kannst noch mehr geben. Sei stolz auf dein Hidjab und dein Niqab und erhebe dich über die Kleinigkeiten. Du hast in deinem Herz die wahre Religion - trag sie nach außen und hab keine Angst, Allah :swt: ist der Besitzer dieser Religion und der Besitzer dieses Universums, also warum Angst?

Du bist die Schwester von Asia (Frau von Pharao) und von Khadija, Fatima und Aisha und Asmae :radiallahu3anh1: um und du gehörst zu der früheren Generation der Propheten und Tugendhaften - was für eine Ehre, Schwester!

Allah :swt: segne dich!

Was salallahu ´ala rasulillah wa ´ala alihi wa sahbihi wan men tabi´ahum ila yaumid din.

Mohammad Abu Fatima